Montag, 25. April 2016

Von der Wirklichkeit zur Karte


Auf Instagram haben mich viele Nachrichten zu diesem Bild bzw. zu deren Umsetzung im Unterricht erreicht, sodass ich mich entschlossen habe, einen kleinen Beitrag darüber zu verfassen.

Um von der Wirklichkeit zur Karte zu kommen, habe ich mit den Kindern zunächst einen Unterrichtsgang durch die Schulumgebung gemacht. Zur groben Orientierung bekamen sie eine (ziemlich schlechte) Satellitenaufnahme (aus der Schrägsicht). Diese gab Anlass, über erste "Kartenmerkmale" zu sprechen:

- Zu viele Bäume versperren die Sicht
- von der Seite kann man schlecht alles sehen
- man weiß überhaupt nicht, welche Häuser das sind
- Die Autos sind nicht immer da, können also weg
- Zäune sind nicht wichtig
usw.

Geeinigt haben wir uns schließlich darauf, beim Unterrichtsgang nur wichtige Dinge zu merken/notieren.

Die Satellitenaufnahme war in 6 Bereiche unterteilt, welche den Kindern in 6 Gruppen zugeteilt wurden. So war jede Gruppe Experte für einen Teil der Karte. Die Bereiche wurden durch Zahlen und Buchstaben benannt. So sind wir gleich über Planquadrate ins Gespräch gekommen.

Nach dem Unterrichtsgang bauten die Kinder alles nach, was sie in ihrem Bereich als "wichtig" erachteten. Das waren überwiegend Gebäude, Straßen und größere Flächen, wie Sportplatz, Friedhof oder Schulhof.

Als Material bekamen sie Vorlagen für Häuser in drei verschiedenen Größen, Papier und Toilettenpapier für die Straßen.

Ergebnis ist dieses schöne Modell:


Nachster Schritt: Verebnung, Draufsicht und Umrisse
 Um diese 3 Merkame herauszuarbeiten, habe ich Mehl über unser Modell gesiebt und die Häuser entfernt. Zurück blieben die Umrisse. (Zur Fixierung habe ich sie mit einem Edding nachgezeichnet.)



Jetzt war es allerdings sehr schwer, die Umrisse den Gebäuden zuzuordnen. Also überlegten wir uns Symbole (Kartenzeichen):



Da man sich immernoch nicht sicher sein konnte, ob bei dem Symbol "Schere" ein Friseur oder ein Bastelladen gemeinst war, musste noch eine Kartenlegende her. Um die jeweiligen Orte schneller auf der Karte zu finden, wurde neben den Symbolen noch die passenden Planquadraten angegeben.

Kommentare:

  1. Richtig toll:-) Ich habe das auch schon öfters gemacht. Gerade für die Verebnung gibt es ja mehrere Möglichkeiten. Wo hast du denn die Faltschablonen für die Häuser entnommen? Nach so etwas bin ich nämlich schon länger auf der Suche. Meine Kids haben die Lageskizze bisher immer mit großen Bausteinen nachgestellt.

    LG, Claudia

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    1. Hallo Claudia,
      die Faltschablonen sind z.T. aus dem Internet. Es reicht eigentlich eine Schablone, die man in drei Größen kopiert. So können die Kinder den Maßstab besser berücksichtigen. Die Kirche haben die Kinder selbst kreiert, aus einem kleinen Haus als Kirchturm und einem großen Haus.
      Bausteine finde ich aber auch eine gute Idee, da man nicht so viel Zeit mit dem Falten verbringt. Es sei denn, man verbinder es evtl. mit Körpernetzen dem Matheunterricht :)
      Lg, Lari

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  2. Ich habe damals auch im Internet nach Schablonen gesucht, aber leider nichts passendes gefunden. Naja, mit den Bauklötzen geht es ratzifatzi!

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  3. Vielen Dank für den tollen Beitrag! Ich werde es gleich in der nächsten Woche ausprobieren!

    Herzliche Grüße,
    Christine

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